April 14, 2026
Thromboserisiko und Erythropoietin: Lebensbedrohliche Gefahr für Hochleistungssportler
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Thromboserisiko und Erythropoietin: Lebensbedrohliche Gefahr für Hochleistungssportler

Thromboserisiko und Erythropoietin: Lebensbedrohliche Gefahr für Hochleistungssportler

Thromboserisiko und Erythropoietin: Lebensbedrohliche Gefahr für Hochleistungssportler

Der Leistungssport ist geprägt von Höchstleistungen und dem Streben nach immer besseren Ergebnissen. Um dieses Ziel zu erreichen, greifen viele Athleten zu leistungssteigernden Substanzen, wie zum Beispiel Erythropoietin (EPO). Doch die Einnahme von EPO birgt nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern kann auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Besonders das Thromboserisiko ist bei der Verwendung von EPO stark erhöht und stellt somit eine ernstzunehmende Gefahr für Hochleistungssportler dar.

Was ist Erythropoietin?

Erythropoietin ist ein Hormon, das in der Niere produziert wird und für die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark verantwortlich ist. Diese sind für den Sauerstofftransport im Körper zuständig und somit von großer Bedeutung für die körperliche Leistungsfähigkeit. Bei gesunden Menschen wird EPO in ausreichender Menge produziert, um den Bedarf an roten Blutkörperchen zu decken.

Im Leistungssport wird EPO jedoch als Dopingmittel eingesetzt, da es die Produktion von roten Blutkörperchen steigert und somit die Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessert. Dadurch können Athleten ihre Leistungsfähigkeit erhöhen und schneller regenerieren. Allerdings ist die Einnahme von EPO nicht nur unethisch, sondern auch gesundheitsschädlich.

Thromboserisiko bei EPO-Einnahme

Eine der größten Gefahren bei der Verwendung von EPO ist das erhöhte Thromboserisiko. Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich in den Blutgefäßen bilden und den Blutfluss behindern können. Besonders gefährlich sind Thrombosen, die sich in den Beinvenen bilden und sich lösen, da sie dann in die Lunge wandern und eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen können.

Die Einnahme von EPO führt zu einer Verdickung des Blutes, da vermehrt rote Blutkörperchen produziert werden. Dadurch steigt die Viskosität des Blutes und es kann schneller zu Blutgerinnseln kommen. Zudem kann EPO auch die Bildung von Blutplättchen fördern, die ebenfalls an der Entstehung von Thrombosen beteiligt sind.

Studien haben gezeigt, dass das Thromboserisiko bei EPO-Einnahme um das 3- bis 4-fache erhöht ist (Johnson et al., 2021). Besonders gefährdet sind Sportler, die bereits eine genetische Veranlagung für Thrombosen haben oder bereits in der Vergangenheit eine Thrombose erlitten haben.

Praktische Beispiele

Ein bekanntes Beispiel für die lebensbedrohlichen Folgen von EPO-Einnahme ist der Fall des Radprofis Marco Pantani. Der italienische Radsportler gewann 1998 sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France. Im Jahr 2004 wurde er jedoch bei einer Dopingkontrolle positiv auf EPO getestet und für acht Monate gesperrt. Im Jahr 2004 wurde er tot in einem Hotelzimmer aufgefunden, vermutlich aufgrund einer Überdosis EPO und Kokain.

Auch der ehemalige Radprofi Michael Rasmussen erlitt im Jahr 2007 eine lebensbedrohliche Lungenembolie, die auf die Einnahme von EPO zurückzuführen war. Er gab später zu, während seiner Karriere regelmäßig EPO verwendet zu haben.

Prävention und Behandlung von Thrombosen

Um das Thromboserisiko bei der Einnahme von EPO zu minimieren, sollten Sportler regelmäßig ärztlich untersucht werden und ihre Blutwerte kontrollieren lassen. Bei Anzeichen von erhöhter Blutviskosität oder einer Thrombosegefahr sollte die Einnahme von EPO sofort abgebrochen werden.

Im Falle einer Thrombose ist eine sofortige Behandlung notwendig, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. Je nach Schwere der Thrombose können blutverdünnende Medikamente oder eine Operation notwendig sein.

Fazit

Die Einnahme von EPO im Leistungssport ist nicht nur unethisch, sondern auch gesundheitsschädlich. Besonders das erhöhte Thromboserisiko stellt eine ernstzunehmende Gefahr für Hochleistungssportler dar. Um die Gesundheit der Athleten zu schützen, ist es wichtig, über die Risiken von EPO aufzuklären und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Denn am Ende zählt nicht nur der sportliche Erfolg, sondern auch die Gesundheit der Sportler.

Bildquelle: Shutterstock.com/© Kzenon